Berliner Stadtschloss Neubau

Hier ein Kommentar zum Thema ‘Stadtschloss‘-Neubau in Berlin,-
der ja in Wirklichkeit eher ein pseudohistorisches Rekonstrukt ist, dass Bundesbürgerinnen und -Bürger Milliarden kosten wird.

Das Ganze hat, auch wenn es kein rein kulturpolitisches Thema ist, immerhin genug damit zu tun, um es hier zur Diskussion zu stellen… nicht zuletzt aufgrund des Themenfeldes ‘Architektur’ und der damit verbundenen Repräsentation…

Abgesehen von der Berliner Perspektive handelt es sich bei diesem Thema jedoch vornehmlich um ein Bundesthema, da es vor allem der Bund ist, der hier zur Kasse gebeten wird… und das aber richtig…

Für die Gespräche vielen Dank an Ernst Wolf Abée (Dipl. Ing. Architekt SRL)
und Mirco Brahmann (IT-Sicherheitsberater und Piratenpartei Berlin).
Für den Sound herzlichen Dank an EFFTER (song ‘inner’)
=> EFFTER unter cc-Lizenz zum freien Download hier: http://effter.com/blog/freedownload/
Idee & ‘Vortrag’: Edmund Piper
Alles was mit Film zu tun hat (Edit, Schnitt, Ton etc.) bnd berlin

Weitere Informationen zum Thema unter www.schloss-freiheit.de

Dienstag, den 22. Januar 2013

1.) Auf bundesdeutschen Comedy-Bühnen lacht man besonders gerne über Minderheitenwitze:

Oliver Pocher fragte letztes Jahr bei einem Auftritt in die vollbesetzte Berliner Max-Schmeling-Halle: »Was wäre Deutschland ohne Türken?« Die Antwort: »Sauber und sicher.« 8000 Zuschauer johlten, Menschen, die ganz sicher dafür sind, dass die NPD endlich verboten wird.
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/39357/Verstehen-Sie-Spass

2.) Alle Macht dem Geschäftsführer:

Kunst & Geld in der Kulturpolitik wird zunehmend von Stiftungen bestimmt – mit verheerenden Folgen für den deutschen Film.
Über die Strukturschwäche der deutschen Förderlandschaft.
http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/alle-macht-dem-geschaeftsfuehrer

3.) Rote Liste der bedrohten Kultureinrichtungen:

Auf der Netzseite des Deutschen Kulturrats ist eine Liste ‘bedrohter Kultureinrichtungen’ im pdf-Format zum Download bereitgestellt.
http://www.kulturrat.de/detail.php?detail=2396&rubrik=138

Dazu findet sich seitens der Neue Osnabrücker Zeitung (OZ) ein kritischer Kommentar im na.presseportal:
Wer möchte nicht Opernhäuser bewahren, weiter in Theater und Museen gehen oder auch künftig das Angebot von Bibliotheken nutzen? Kultur bereichert nicht nur das Leben, sie macht eine zivilisierte Existenz oft überhaupt erst möglich. Aber dürfen Kulturhäuser mit bedrohten Tierarten verglichen werden? Nein. Aber nicht nur deshalb ist die “Rote Liste” des Deutschen Kulturrates ein Ärgernis.
http://www.presseportal.de/pm/58964/2402580/neue-oz-kommentar-zu-kulturpolitik

4.) Heinrch-Mann-Preis verliehen:
Der Heinrich-Mann-Preis ist ein Literaturpreis, der seit 1953 jährlich von der Akademie der Künste (vorher Akademie der Künste der DDR) verliehen wird. Der Preis wird für Werke mit gesellschaftskritischem Charakter zu Ehren von Heinrich Mann verliehen und ist mit 8.000 Euro dotiert.

In diesem Jahr geht der Preis an 1954 in Wien geborenen Romancier und Essayisten Robert Menasse. “Die Jury ehrt den Schriftsteller und Philosophen, aber auch den Europäer Robert Menasse, der in seinem vor kurzem erschienenen Gross-Essay «Der Europäische Landbote» überzeugend den Vorwurf widerlege, Intellektuelle hätten zu Europa nichts zu sagen: «Menasse wirbt für ein postnationales Europa, weil er glaubt, die Geschichte enthalte immer noch zu viel nationales Gift.» Als skeptischer Philosoph weigere er sich, in Sachen Europa «dem Pessimismus und der Unvernunft das Feld zu überlassen».”, NZZ
http://www.adk.de/de/aktuell/pressemitteilungen/index.htm?we_objectID=31783

Hier die Wiki-Seite Menasses samt Vita:
http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Menasse

5.) 200 Jahrte Richard Wagner

Am 22. Mai wäre Richard Wagner 200 Jahre alt geworden.
Wir dürfen uns also auf einiges gefasst machen ..

Das Richard Wagner Museum verkündet unlängst den Erwerb einer ‘sesationellen’ Fotografie Wagners,- sensationell, weil ohne Bart.

Zudem soll ein grundlegendes Werk des Münchner Sammlers Gunther Braam über “Richard Wagner in der zeitgenössischen Fotografie” bei ConBrio, Regensburg, erscheinen, für das noch um finanzielle Unterstützung geworben wird..
http://www.wagnermuseum.de/news/55/details_12.htm

6.) Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb

Seit mehr als 30 Jahren bietet der Internationale Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb jungen Talenten die Möglichkeit, internationale Kontakte für ihre zukünftige Karriere zu knüpfen. Ab 2013 werden die Finalrunden, die bislang in Wien beheimatet waren, alternierend an den wichtigen Opernhäusern der Welt stattfinden. 2013 wird mit Amsterdam gestartet. Vorauswahlen finden in über 50 Städten weltweit statt. Eine Besonderheit der renommierten Talenteschmiede ist die hochrangig besetzte Opernjury in den Finalrunden, bestehend aus Intendanten, Opern- und Castingdirektoren der bedeutenden Opernhäuser der Welt. Diese vergeben neben Geldpreisen vor allem Engagements an den Sängernachwuchs.

The competition website www.belvedere-competition.com with all details for 2013 will be updated until the beginning of February.

6.) Stadtkurator Hamburg – Ausschreibung

Die Kulturbehörde Hamburg schreibt im Rahmen des Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ eine Projektstelle für eine Stadtkuratorin oder einen Stadtkurator mit einer Laufzeit von zweieinhalb Jahren aus.

Der Stadtkurator / die Stadtkuratorin soll ein Ausstellungsprogramm entwickeln und umsetzen, das sich kritisch mit den lokalen städtischen Fragestellungen, ihren internationalen Kontexten und den vorhandenen künstlerischen Potentialen und Konflikten auseinandersetzt, hierbei eine längerfristige Perspektive einnimmt und die Rolle und Bedeutung der Kunst im öffentlichen Raum neu auslotet.

Für die Realisierung stehen für die Dauer des Projektes € 200.000.- zur Verfügung. Bewerbungsschluss ist der 15. Februar 2013. Weitere Informationen und der Gesamttext der Ausschreibung unter http://www.hamburg.de/kulturbehoerde/.

Dienstag, den 15. Januar 2013

… was mir heute so über den Monitor gelaufen ist hat, vermutlich deshlab, weil’s gerade aufgrund der neu eingeführten GEZ-Haushaltsabgabe so aktuell ist, recht viel mit dem Thema ‘Medien’ zu tun …

1.) Die Skandale der Öffentlich-Rechtlichen

Bestechlichkeit, Betrug, Untreue, Drogenmissbrauch: Die Liste der Skandale in den gebührenfinanzierten Sendeanstalten ist lang. Fernsehspielchefinnen und Herstellungsleitern prellen die Sender um Millionenbeträge.

http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/heinze-emig-kiewel-und-co-die-skandale-der-oeffentlich-rechtlichen/7174206.html#image

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2.) Investigativer Journalismus und Recherchen werden vom Wächerterpreis der Tagespresse ausgezeichnet
 
http://www.waechterpreis.de/

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3.) Wa(h)re Kunst – Ein Spagat zwischen Wahrhaftigkeit und Kommerz?

Darf Kunst Warencharakter haben? Muss sie es sogar? Verlieren wir dadurch das Wahre und Gute?
Zum Strukturwandel im Kunst-, Film-, Musik- und Literaturmarkt.

Der Schwerpunkt “Wa(h)re Kunst” findet sich auf den Seiten 1-2 und 15-23 der Januar/Februar-Ausgabe der Zeitung des Deutschen Kulturrates “Politik & Kultur”:

http://www.kulturrat.de/puk/puk01-13.pdf
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4.) Erbe – Erbschaft – Vererbung.

Überlieferungskonzepte zwischen Natur und Kultur im historischen Wandel

http://www.zfl-berlin.org/erbe-erbschaft-vererbung.html

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5.) Teddywurst und Eidotter  (Berlin)

Lebensmittelfotografien im Martin-Gropius-Bau

http://www.art-in-berlin.de/incbmeld.php?id=2704
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6.) Kreativwettbewerb des BMJ für Studierende

Zur Bedeutung der Grundrechte in der digitalen Welt

http://www.bmj.de/DE/NichtNackig/nichtnackig_node.html
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7.) Hier eine Petition zur Abschaffung der GEZ-Zwangsfinanzierung:

https://www.openpetition.de/petition/online/abschaffung-der-gez-keine-zwangsfinanzierung-von-medienkonzernen

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8.) Wie man aus Kinskis Untaten Kapital schlägt

http://www.bildblog.de/45176/wie-man-aus-kinskis-untaten-kapital-schlaegt/

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9.) Wohin die Taxe sprudelt – zum Thema Citiy-Tax (Hamburg)

Kultur- und Tourismussteuer fördert Elite-Sportarten und Nobel-Events statt Subkultur.

http://www.taz.de/Kulturpolitik-in-Hamburg/!108950/

 

Im Deutschen Bundestag zur Lage der Bildenden Künstler

Hier mit etwas Verspätung ein Stream des Deutschen Bundestages aus einer öffentlichen Sitzung vom 12. Dezember 2012:

Lage der bildenden Künstler

Die von der Linken und den Grünen geforderte Ausstellungsvergütung für Bildende Künstler und Fotografen ist bei Vertretern von Museen, Galerien und Kunsthändlern im Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages auf Widerstand gestoßen.

Michael Fuchs – Im Visier des MI6

Etwas traurig war ich schon, nachdem ich mir Spooks – Im Visier des MI5 bis zum Ende der 10. Staffel durchgesehen hatte. Denn über die Dauer der insg. 86 Folgen wurde ich tatsächlich zu einem regelrechten Geheimdienst-Fan.

Spooks – Im visier des MI5

Umso mehr freute ich mich über die aktuelle Info auf abgeordnetenwatch.de. Dort ist zwar erst die erste Folge raus, doch diese verspricht interessante Fortsetzungen. Ein bisschen schade ist natürlich, dass es sich hier nicht um den MI5, sondern um den MI6 handelt – das sind diejenigen, die bei Spooks immer etwas weniger sympathisch dargestellt werden – aber was soll’s?.. Dafür gibt’s das Ganze jetzt wohlmöglich in Real :-)

CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs hat jahrelang Geld von einer dem MI6 sehr nahestehenden Londoner Beratungsfirma kassiert.
Unklar ist, wofür der CDU-Politiker das Geld erhielt …

http://blog.abgeordnetenwatch.de/2013/01/09/michael-fuchs-kassierte-geld-von-nebuloser-beratungsfirma/

29C3: Zur Antiterrordatei

- Neugestaltung der Sicherheitsarchitektur Deutschlands -

Hier mal ein Vortrag von Constanze Kurz und Frank Rieger, gehalten auf dem 29C3, zur geplanten Antiterrordatei und der damit einhergehenden strukturellen Trennung zwischen Geheimdienst- und Polizeiarbeit usw.

Dabei u.a. sehr interessant: Auch private Unternehmen sollen neben Behörden an diesen Dateienverbund entsprechende Anfragen stellen können, um dort u.a. Informationen über dolose und undolose Kontaktpersonen zu erhalten. – Eine Kontaktperson ist jede Person mit grundsätzlichem Kontakt. Dabei gelten solche als ‘dolos‘, die um die ‘Bedenklichkeit’ ihres Kontaktes wissen. ‘Undolos‘ sind hingegen solche, die quais ‘ahnungslos’ sind.
Wer also in einem Mietshaus wohnt, in welchem neben vielen Anderen irgendwo auch ein ‘Terrorverdächtiger’ wohnt, hätte Chancen, in der entsprechend geplanten Antiterrordatei als ‘undolose‘ Person aufzutauchen.

Triumph der Wissenschaft!

Fruchtfliegen sind schon eine unangenehme Spezies.
Gut kann mich daran erinnern, wie hunderte von ihnen mich in lauen Sommernächten nervten, als ich mir nichts sehnlicher wünschte, als entspannt eine Folge ‘Dexter’ zu schauen und mir dabei unbehelligt eine Familienpackung Spaghettieis reinzuziehen. Die kleinen Viecher tummelten sich in den Knochenresten, mit denen die Hunde so gerne spielen, und, absolut unverzeihbar, sie versuchten gemeinschaftlich, meine kleine Hausbar zu plündern. Kurz: Sie nervten. Unerträglich.
Doch damit sollte bald Schluss sein. Denn der Herbst kündigte sich an, und mit ihm die ersehnte Ruhe.

So geschah es. Die Temperaturen sanken rapide und die kleinen Biester verschwanden aus meinem Leben.

Anfänglich war die Freude groß. Doch dann, nach einer kurzen Weile, begann mir etwas zu fehlen. Ich bekam regelrecht ein schlechtes Gewissen, vielleicht ja, weil mich diese ganze Situation unheimlich an meine Ex-Frau erinnerte: Die war ebenfalls eine unglaubliche Nervensäge! Doch wenn man erst einmal auf einen XL-Nervpegel justiert ist, verkehren sich die Parameter. Stille bietet keine Entspannung mehr. Und so wirklich relaxen kann man nur noch in hektischer Umgebung. Manchmal fahre ich deshalb zur Entspannung in der abendlichen Rush Hour mit meinem klapperigen Fahrrad ohne Licht und mit heruntergefahrenen Bremsklötzen quer durch die City und liefere mir Wettrennen mit genervten Autofahrern. Das beruhigt ungemein. Vor allem das Geschrei solcher Verkehrsteilnehmer, die sich dabei hingebungsvoll aus dem Fenster lehnen.
Doch es ist auch etwas egoistisch. Denn so viele cholerische Anfälle können einfach nicht gesund sein. Deshalb begann ich tief in mich zu gehen und nach einer alternativen, etwas sozialverträglicheren Lösung für mein kleines Problem zu suchen.

Und siehe da: Triumph der Technik!

In einer über mehrere Wochen angelegten Versuchsanordnung gelang es mir, Fruchtfliegen auch in winterlichen Temperaturen zu züchten.

Als Beleg hier ein Doku-Foto der Versuchsanordnung:

 

Nun brauche ich keine Kamikazefahten mehr zu unternehmen und auch die Ex-Frau vermisse ich nicht mehr wirklich.
Ich kann mich entspannt den neuen Folgen von ‘Dexter‘*, in der mittlerweile 7. Staffel, widmen.

Abschließend noch ein Hinweis auf einen der begnadetsten deutschen Liedermacher, der den Fruchtfliegen – die ich jetzt liebevoll nur noch Drosophila Melanogaster nenne – in seinem musikalischen Schaffen ein Denkmal setzte:

* Dexter: http://de.wikipedia.org/wiki/Dexter_%28Fernsehserie%29

Hallo Welt!

Hallo Welt, hier also mein allererster Blog-Eintrag …

wie passend, dass ich mich vor ein paar Tagen mal wieder aufraffte, um mit den Hunden einen kleinen Spaziergang zum Tiergarten / 17. Juni zu machen. Denn unterwegs traf ich, auf dem Pariser Platz, kurz vor dem Brandenburger Tor, auf ein paar Leute, die ebenfalls “Hallo Welt” zu sagen schienen… eine Gruppe von Flüchtlingen, die sich seit bereits 5 Tagen im Hungerstreik befanden, um auf die desolate Situation von Asylbewerbern in Deutschland aufmerksam zu machen. Zuvor waren sie bereits – ebenfalls aus Protest – von Würzburg nach Berlin gewandert und befanden sich nun nicht mehr in der allerbesten Verfassung. Erschwerend kam hinzu, dass sich in den letzten Tagen des Nächtens der Winter ankündigte und die Polizei den Hungerstreikenden in den frühen Morgenstunden, so gegen 4 Uhr, Schlafsäcke, Isomatten und Regenschirme abnahm.

Meine Meinung hierzu:

Wer einem mehrere hundert Kilometer gelaufenen, nun seit 5 Tagen draussen protestierenden Hungerstreikenden um 4 Uhr Nachts bei Kälte und Regen den nötigsten kleinen Schutz vor Wind und Wetter abnehmen läßt, der ist auch zu einigen anderen sehr unschönen Entscheidungen fähig, die in einem Rechtsstaat eigentlich unerwünscht sein sollten.

Denn es gibt Situationen, da ist unabhängig von Gesetzen und Vorschriften einfach nur eines gefragt: Menschlichkeit, Mitgefühl und soziale Verantwortung.

Und, es stimmt taurig, dass Polizeibeamte in diesem Land von ihren Dienstherren zu Tätigkeiten genötigt werden, die ganz eindeutig den Regeln jedweder Menschlichkeit zuwider laufen.

Weshalb hat denn unser Innensenator Frank Henkel (CDU) nicht wenigstens persönlich bei den hungernden, frierenden und eisig eingeregneten Flüchtlingen vorbeigeschaut, um ihnen ihre letzten Habseligkeiten abzunehmen? Das wären doch endlich mal ein paar schöne Bilder für die Pressemappe gewesen: Henkel im nächtlichen Gewitter beim Regenschirm-Battle mit einem halbverhungerten Studenten aus dem Iran!

Aber nein. So mußten mal wieder andere die Drecksarbeit machen, derweil sich unser Innensenator zeitgleich in der auflagenstarken ‘BZ‘ dem grassierenden Problem des sexuellen Mißbrauchs von Haustieren stellte.

Ok, und hier jetzt meine Schnappschüsse,- die Streikenden habe ich nicht fotografiert, denn auf ‘poornography’ hatte ich keine Lust.

 

Als erster Hinweis für alle, die sich näher mit der Thematik beschäftigen wollen, sei hier ein aktueller Beitrag aus der ‘Süddeutschen’ mit dem schönen Titel ‘Vorsicht, sie betreten Deutschland!‘ empfohlen.

In diesem Sinne:

Hallo Welt!

 

Betreutes Wohnen

Hier ein paar Ansichten meiner Serie ‘Betreutes Wohnen‘.

Ähnlich wie schon die Serie davon beschäftigt auch sie sich u.a. mit meinem Aspekt der Körperlichkeit,- hier jedoch dem weggesperrten Körper.

“Das ist das Faszinierende an den Gefängnissen, dass sich die Gewalt nicht verbirgt, nicht maskiert, dass sie sich als eine bis in die letzten Details ausgeklügelte zynische Tyrannei darstellt und dass sie andererseits vollkommen “gerechtfertigt” ist, da sie in eine Moral eingebettet ist: Ihre brutale Tyrannei ist die ungetrübte Herrschaft des Guten über das Böse, die Ordnung über die Unordnung.”*

*Michel Foucault: Von der Subversion des Wissens, Frankfurt/M u.a.: Ullstein, 1978

Im Wesentlichen handelt es sich bei den gezeigten Arbeiten um Urlaubsfotos, die im Herbst des Jahres 2009 entstanden.
Auf die Idee dieser Reise kam ich durch den omnimedial verbreiteten Jubel zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland, der u.a. von einer wohlkuratierten Ausstellung zum Thema kündete. Hierdurch wurde in mir die große Sehnsucht nach einer deutschen Herbstreise wach, aus welcher eben jene Fotos resultieren, die Anfang 2010 gezeigt wurden:
Nicht als Erwiderung auf die erwähnte Ausstellung, sondern als ein ganz persönlicher Geburtstagsgruß, nachträglich.

Mein Ausflug führte mich an rund 32 unterschiedliche Orte, wobei es zum Konzept gehörte, strikt Landstraße zu fahren, um einen entsprechenden Eindruck des Landes zu erhaschen. Summa summarum gewann dabei jedoch eine eher triste Stimmung Oberhand, die lediglich durch gelegentliche Stopps an diversen Zuchthäusern gehoben wurde:
Denn allein hier vermittelte sich der Sieg des Guten über das Böse, über Halunken und Terroristen, in seiner vollen Pracht.
Es entstand also, angelehnt an Foulcaults oben genanntes Zitat, eine Serie positiver Gefängnisbilder, wobei ich mit positiver Darstellung – angelehnt an Bourdieus Studie zur Fotografie (*eine illegitime Kunst, eva – Europäische Verlangsanstalt, 2006) – meine, dass sich über den Versuch eines bewusst provozierten und von daher um so leichter zu entschlüsselnden Bedeutungsüberschuss der Arbeiten, eine Ästhetik offenbart, die einen Aspekt genau jenes Systems bildet, dass die dargestellten Zuchthäuser bedingt.
Die Aufnahmen sollten also weniger als farbentsättigte Reportagefotografie daherkommen, sondern ‘farbenfroh’: Formal gesehen ging es dabei auch um die Herausforderung den Spagat zwischen farbig und bunt zu meistern, so dass die Fotos eher an Ansichtspostkarten einer Reise, denn an Terror erinnern. Die Ästhetik der Darstellung wird bewusst als Dimension innerhalb eines Systems implizierter Werte benutzt : Deshalb präsentiere ich die Bilder auch in braunen Rahmen:
Wirklich sehr schön sieht das aus, wie ein Spiel mit Versatzstücken der zeitgenössischen ‘Volkskunst‘, in der sich die künstlerische Tätigkeit gesellschaftlich normierten Funktionen unterordnet.
Kurz und gut: Wider eines fälschlich rigorosen Objektivismus ging es mir neben der Freude darüber, einmal meine Urlaubsfotos ausstellen zu dürfen, auch darum, die Beziehungssysteme herauszuarbeiten, die sich hinter präkonstruierten Totalitäten verbergen.

They will have been so beautiful

Hier eine Auswahl von Bildern, die ich damals in Bezug auf ein Diane Arbus Zitat unter dem Titel “They will have been so beautiful” zusammengefasst habe.

“I want to photograph the considerable ceremonies of our present because we tend while living here and now to perceive only what is random and barren and formless about it. While we regret that the present is not like the past and despair of its ever becoming the future, its innumerable inscrutable habits lie in wait for their meaning. I want to gather them, like somebody’s grandmother putting up preserves, because they will have been so beautiful.”…

Diane Arbus

Zur Nennung des obrigen Zitates soll nicht unerwähnt bleiben, dass es mir dabei keinesfalls darum ging, dreist eine qualitative Nähe meiner Arbeiten zu denen von Diane Arbus zu suggerieren. Ich mochte und mag einfach nur ihre Arbeiten und fand das Zitat irgendwie passend. Und ausser mir hat, soweit ich das mitbekommen habe, ohnehin niemand gemerkt, dass es ein Zitat ist. Und sie konnte es auch nicht mehr merken, denn sie hat sich 1971, im Alter von 48 Jahren, die Pulsadern aufgeschnitten und verstarb.

So weit dazu. Viel ausschlaggebender für den Beginn der Serie war die damals aufbrechende politische Debatte über ein ‘Präkariat‘, was mich an etwas erinnerte, das ich vor langer Zeit einmal bei Foucault gelesen hatte… ‘die Macht manifestiert sich über die /im Körper..‘ oder so ähnlich.. und vermutlich auch das, was wir damit anstellen..

Lange Rede, kurzer Sinn,- hier eine Auswahl an Bildern zur Ansicht: