Auf der Bank.

Von der Bank auf dem kleine Hügel aus schaue ich auf einen Baum mit vielen kleinen, herzförmigen Blättern. Die Farbe der Blätter changiert zwischen Gelb und Orange. Zwischendrin hängen an feingliedrigen Ästen unzählige rote Beeren. Ein gelb-oranges Etwas mit vielen kleinen roten Punkten, das ruhig in sich zu schwingen scheint. Eine angenehm laue Brise weht über Felder und Wiesen. Der Boden ist feucht von den Regengüssen der letzten Tage. In schlammigen Pfützen modern rotbraune Blätter. Dort hinten scheint sich eine Krähenfamilie zum gemeinsamen Abflug gen Süden verabredet zu haben. Und derweil man auf die obligatorischen Bummelletzten wartet, vertreibt man sich die Zeit entweder damit, lange Würmer aus dem Boden zu picken oder gemeinschaftlich vom Grünflächenamt aufgestellte Müllcontainer zu kapern. Alternativ versuchen sich ein paar besonders freche Jungvögel darin, mit den Hunden fangen zu spielen. Doch da diese längst realisiert haben, dass sich die frechen Biester eh nicht fangen lassen, sind sie sich immer schwerer zu locken. Hund 1 schnüffelt stattdessen lieber durchs Unterholz, Hund 2 entscheidet sich für ein ausgiebiges Schlammbad. Der Wind fühlt sich an, als würde einem aus angenehmem Abstand ein wohltemperierter Fön ins Gesicht blasen. Doch bis auf das leise Rauschen der Blätter und das gelegentliche Trapsen der Hunde, das bei geschlossenen Augen an galoppierende Pferde erinnert, ist es ruhig.

Ich habe mal gelesen, dass man Babys, die beim Wickeln vor Aufregung zu schreien beginnen, dadurch beruhigen kann, dass man in ihrer unmittelbaren Nähe einen Fön oder wahlweise einen Staubsauger laufen lässt. Vermutlich würde es, sofern dies beides nicht zur Hand ist, auch der Lüfter eines Serverschrankes tun. Das Brummen der Geräte soll die Zwerge an das Rauschen des Blutes im Mutterbauch erinnern.

Ich finde das, genau jetzt, sehr nachvollziehbar. Denn ungefähr so fühlt es sich auch hier auf dieser kleinen Bank an, mit dem warmen Wind und dem Rauschen der Blätter. Die Hunde und die Vögel und ich, wir alle schließen die Augen, und für einen Moment tritt eine unglaubliche Ruhe ein. Eingelullt vom ruhig pulsierenden Herzschlag der Mutter Erde persönlich und so weit weg von all den Problemchen der Menschenwelt.

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